Encinitas Beachlife

Nach intensiven Tagen in den Bergen ruft uns nun der pazifische Ozean. Die Fahrt dorthin aber lang, weshalb wir einen Stop-Over in Wheeler Ridge einlegen. Schlimm. Denn in Wheeler Ridge hat es ausser einem riesigen Premium Outlet, paar FastFood-Restaurants sowie zwei Hotels rein gar nix. So müssen wir halt wohl oder übel nochmals einkaufen gehen. Inklusive Abendessen in unserem Lieblingsrestaurant Panda Express. Sogar unsere Tochter spricht nun die ganze Zeit von Orange Chicken mit Nüdeli.

Von Wheeler Ridge fahren wir via LA – wo wir einen Abstecher in den Travel Town Park mit seinen alten Zuglokomotiven und Güterwagen machen – bis ins Strandstädtchen Encinitas. Hier, eine halbe Stunde vom San Diego Airport entfernt, werden wir die letzten vier Nächte vor unserem Rückflug verbringen.

In erster Linie wollen wir nun noch Strand und Meer geniessen. Beides sehen wir wunderbar von unserem Zimmerbalkon (richtig, BALKON!) aus. Wir haben uns im Best Western Inn eingemietet, welches in etwas erhöhter Lage und in Laufdistanz zum wunderbaren Moonlight State Beach sowie mehrere (richtig coole) Spielplätze liegt.

Von hier aus lässt sich am Abend ein wunderschöner Sonnenuntergang beobachten. Die Sonne selber versteckt sich hinter Wolken, scheint aber hier und da mit Lightbeams auf die schimmernde Meeresoberfläche und wirft die ganze Szenerie in ein „ultraviolettes“ Licht. A real beauty.

Am Moonlight State Beach infizieren wir uns dann sofort mit dem Surfer-Virus. Vor allem unser Sohn, der auf dem Bodyboard überraschend schnell den Dreh raus hat. Das richtige Surfen überlassen wir lieber den „Eingeborenen“, geniessen aber den lässig lockeren Lebensstil hier. Dazu muss man fairerweise aber auch erwähnen, dass sich nur die wenigsten Amerikaner ein Leben a la Encinitas leisten können. Hier wohnen (mit Hauspreisen ab 1 Mio. USD!) die obere Mittelschicht der USA, vielleicht sogar die Oberschicht. Das merkt man dann eben auch am allgegenwertigen Lebensstil. Dünne, sportliche Menschen  (einige davon die vor der Arbeit noch kurz Surfen gehen), grosse auf Bio spezialisierte Lebensmittelhändler, aneinandergereihte Yoga-Studios, Elektroautos, VW Bully Busse erster und zweiter Generation vor jedem dritten Haus. Und am Abend dann aus einer Hollister-Werbung entsprungene Strandmenschen um grosse Lagerfeuer sitzend und über ihre Pläne nach deren Uniabschluss philosophierend. Alles vielleicht etwas gar kitschig, aber im Sinne von Ferien-Feeling genau das Richtige für uns.

Jeden Morgen geht hier Herr Schwab übrigens Joggen. Schon alleine deshalb, weil das Morgenbuffet im Hotel bereits mächtig auf den Kalorienspiegel schlägt. Zudem sind frühmorgens die Strände noch weitestgehend einsam und ruhig, was man den Tag hindurch nicht  mehr behaupten kann. Es ist eben auch Hauptferienzeit in den USA . Und Amerikaner sind eben auch am Strand Amerikaner. Soll heissen, dass zur Mindestausstattung einer jeden amerikanische Ferienfamilie Strandstühle, ein grosses Partyzelt, Sonnenschirme, Coolerboxen, Bodyboards, Sportaustrüstung und ganz viel Essen gehört (am liebsten Familienpizzen in grossen Kartonboxen). So füllt sich der relativ grosse Strand schnell einmal bis ganz vorne ans Wasser. Da Ebbe und Flut hier recht stark sind, gewinnt der Ozean Stunde für Stunde ein Stück freier Strandabschnitt wieder zurück. In diesem seichten Wasser lässt es sich super plantschen und Burgen bauen. Unsere Tochter kommt aus den Adrenalinschüben, die sie vom Spiel mit dem starken Wellengang kriegt, fast nicht mehr raus. Alle haben sichtlich Spass und geniessen einfach das einfache Strandleben.

Nebst unserem Motto „Life is a Beach“ fahren wir noch ein paar Mal in nahegelegene Shoppingcenters, aus Gründen. Am letzten Abend steht dann das grosse Packen auf dem Programm. Noch am Flughafen tischen wir ein letztes Mal zwischen den einzelnen Taschen um, damit wir die Freigepäck-Limite von 4x23kg nicht überschreiten.

Nach drei wunderschönen und abwechslungsreichen Wochen im Sunshine State Kalifornien geht es nun wieder nach Hause. Wir hatten eine wunderbare Zeit. Mit Kleinkindern durch die USA zu reisen ist und bleibt eine tolle und mühelose Angelegenheit. Wo wir das Land der unbegrenzten Möglichkeiten jedoch mit gemischten Gefühlen verlassen ist hinsichtlich der spürbaren Veränderung seit unserem letzten Besuch, der erst 20 Monate zurück liegt. Nachhaltigkeit und Ökologie scheinen weniger den je ein Thema zu sein, welches die Amerikaner bewegt. Ob das ein gutes Omen für unsere (gemeinsame) Zukunft ist? Und Trump schein breiter akzeptiert zu sein, als dass das unsere Medien in Europa eingestehen würden. Auf der anderen Seite ist der American way of life aber eben auch ein gutes Beispiel, dass man nicht alles immer nur Schwarz sehen muss. Hinfallen, aufstehen, weitermachen. Gelassenheit, die uns Europäern manchmal etwas fehlt. Der Grad zwischen Gelassenheit und Gleichgültigkeit scheint in den USA aber immer schmaler zu werden. Hoffen wir das Beste…

 

 

Ein Gedanke zu „Encinitas Beachlife“

  1. Ich hoffe auch das es für Amerika wieder Aufwärts geht!🇺🇸Der Bericht ist super 👍mit euren Kindern ist ja das kein Problem 😊Sicher werdet ihr das Land nochmals bereisen!Es ist schön das ihr vier wieder Gesund und fröhlich zu Hause sind 😘
    In liebe ❤️ mami grosi

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