Encinitas Beachlife

Nach intensiven Tagen in den Bergen ruft uns nun der pazifische Ozean. Die Fahrt dorthin aber lang, weshalb wir einen Stop-Over in Wheeler Ridge einlegen. Schlimm. Denn in Wheeler Ridge hat es ausser einem riesigen Premium Outlet, paar FastFood-Restaurants sowie zwei Hotels rein gar nix. So müssen wir halt wohl oder übel nochmals einkaufen gehen. Inklusive Abendessen in unserem Lieblingsrestaurant Panda Express. Sogar unsere Tochter spricht nun die ganze Zeit von Orange Chicken mit Nüdeli.

Von Wheeler Ridge fahren wir via LA – wo wir einen Abstecher in den Travel Town Park mit seinen alten Zuglokomotiven und Güterwagen machen – bis ins Strandstädtchen Encinitas. Hier, eine halbe Stunde vom San Diego Airport entfernt, werden wir die letzten vier Nächte vor unserem Rückflug verbringen.

In erster Linie wollen wir nun noch Strand und Meer geniessen. Beides sehen wir wunderbar von unserem Zimmerbalkon (richtig, BALKON!) aus. Wir haben uns im Best Western Inn eingemietet, welches in etwas erhöhter Lage und in Laufdistanz zum wunderbaren Moonlight State Beach sowie mehrere (richtig coole) Spielplätze liegt.

Von hier aus lässt sich am Abend ein wunderschöner Sonnenuntergang beobachten. Die Sonne selber versteckt sich hinter Wolken, scheint aber hier und da mit Lightbeams auf die schimmernde Meeresoberfläche und wirft die ganze Szenerie in ein „ultraviolettes“ Licht. A real beauty.

Am Moonlight State Beach infizieren wir uns dann sofort mit dem Surfer-Virus. Vor allem unser Sohn, der auf dem Bodyboard überraschend schnell den Dreh raus hat. Das richtige Surfen überlassen wir lieber den „Eingeborenen“, geniessen aber den lässig lockeren Lebensstil hier. Dazu muss man fairerweise aber auch erwähnen, dass sich nur die wenigsten Amerikaner ein Leben a la Encinitas leisten können. Hier wohnen (mit Hauspreisen ab 1 Mio. USD!) die obere Mittelschicht der USA, vielleicht sogar die Oberschicht. Das merkt man dann eben auch am allgegenwertigen Lebensstil. Dünne, sportliche Menschen  (einige davon die vor der Arbeit noch kurz Surfen gehen), grosse auf Bio spezialisierte Lebensmittelhändler, aneinandergereihte Yoga-Studios, Elektroautos, VW Bully Busse erster und zweiter Generation vor jedem dritten Haus. Und am Abend dann aus einer Hollister-Werbung entsprungene Strandmenschen um grosse Lagerfeuer sitzend und über ihre Pläne nach deren Uniabschluss philosophierend. Alles vielleicht etwas gar kitschig, aber im Sinne von Ferien-Feeling genau das Richtige für uns.

Jeden Morgen geht hier Herr Schwab übrigens Joggen. Schon alleine deshalb, weil das Morgenbuffet im Hotel bereits mächtig auf den Kalorienspiegel schlägt. Zudem sind frühmorgens die Strände noch weitestgehend einsam und ruhig, was man den Tag hindurch nicht  mehr behaupten kann. Es ist eben auch Hauptferienzeit in den USA . Und Amerikaner sind eben auch am Strand Amerikaner. Soll heissen, dass zur Mindestausstattung einer jeden amerikanische Ferienfamilie Strandstühle, ein grosses Partyzelt, Sonnenschirme, Coolerboxen, Bodyboards, Sportaustrüstung und ganz viel Essen gehört (am liebsten Familienpizzen in grossen Kartonboxen). So füllt sich der relativ grosse Strand schnell einmal bis ganz vorne ans Wasser. Da Ebbe und Flut hier recht stark sind, gewinnt der Ozean Stunde für Stunde ein Stück freier Strandabschnitt wieder zurück. In diesem seichten Wasser lässt es sich super plantschen und Burgen bauen. Unsere Tochter kommt aus den Adrenalinschüben, die sie vom Spiel mit dem starken Wellengang kriegt, fast nicht mehr raus. Alle haben sichtlich Spass und geniessen einfach das einfache Strandleben.

Nebst unserem Motto „Life is a Beach“ fahren wir noch ein paar Mal in nahegelegene Shoppingcenters, aus Gründen. Am letzten Abend steht dann das grosse Packen auf dem Programm. Noch am Flughafen tischen wir ein letztes Mal zwischen den einzelnen Taschen um, damit wir die Freigepäck-Limite von 4x23kg nicht überschreiten.

Nach drei wunderschönen und abwechslungsreichen Wochen im Sunshine State Kalifornien geht es nun wieder nach Hause. Wir hatten eine wunderbare Zeit. Mit Kleinkindern durch die USA zu reisen ist und bleibt eine tolle und mühelose Angelegenheit. Wo wir das Land der unbegrenzten Möglichkeiten jedoch mit gemischten Gefühlen verlassen ist hinsichtlich der spürbaren Veränderung seit unserem letzten Besuch, der erst 20 Monate zurück liegt. Nachhaltigkeit und Ökologie scheinen weniger den je ein Thema zu sein, welches die Amerikaner bewegt. Ob das ein gutes Omen für unsere (gemeinsame) Zukunft ist? Und Trump schein breiter akzeptiert zu sein, als dass das unsere Medien in Europa eingestehen würden. Auf der anderen Seite ist der American way of life aber eben auch ein gutes Beispiel, dass man nicht alles immer nur Schwarz sehen muss. Hinfallen, aufstehen, weitermachen. Gelassenheit, die uns Europäern manchmal etwas fehlt. Der Grad zwischen Gelassenheit und Gleichgültigkeit scheint in den USA aber immer schmaler zu werden. Hoffen wir das Beste…

 

 

Junior Park Ranger im Sequoia & Kings Canyon Nationalpark

Nachdem das Campen im Yosemite wegen dem Detwiler Fire ins Löschwasser gefallen ist, freuen wir uns nun um so mehr auf’s Zelten im Sequoia Nationalpark. Von Fresno aus geht es knapp 2’000 Höhenmeter hinauf in die Sierra Nevada, wo wir quasi mit einem „Tagesausflug“ in den Kings Canyon  beginnen. Die beiden Nationalparks Kings Canyon und Sequoia liegen direkt nebeneinander und werden von NPS auch nicht unterschiedlich behandelt.

Wir besuchen das Visitor Center in der Grant Grove um einen ersten Überblick zu bekommen. Und noch wichtiger: Wir holen das Junior Ranger Programheft für unseren Sohn ab. Das Junior Ranger Program ist für Kinder ab 5 Jahren konzipiert. Im Booklet sind diverse Aufgaben zu lösen. Dabei setzten sich die Kinder (und auch deren Eltern) auf spielerische Art und Weise mit allen Themen rund um den Nationalpark und die Arbeit des Rangers auseinander. Die Kinder lernen u.a. keinen Müll zu hinterlassen, was gut und was schlecht ist für die Natur und warum man wilde Tiere nicht füttern darf . Hat man genügend Aufgaben richtig gelöst, so wird man offiziell zum Junior Ranger ernannt. Mehr dazu aber später.

In der General Grant Grove drehen wir einen Loop, um die hier ansässigen Sequoiabäume zu bestaunen. Sequoias, genau genommen Sequoiadendron giganteum, sind die grössten Bäume der Welt. Nicht die höchsten, sondern die grössten; im Sinne des Volumens. Sie werden bis zu 95 Meter hoch und 35 Meter im Umfang. Die höchsten Bäume der Welt gibt es ebenfalls in Kalifornien (Redwoods Nationalpark), sind ebenfalls Sequoias, aber eben Sequoias sempervirens. Diese werden bis zu 115 Meter hoch, sind dann aber nicht mal halb so dick im Umfang. Nun aber genug Baumkunde für heute. Wir schlendern dem interessanten Lernpfad entlang und können an einer Stelle sogar noch durch einen umgefallenen Sequoia hindurchlaufen. Und wir entdecken auch das eine oder andere Eichhörnchen sowie Bambi und seine Kollegen.

Mittagessen gibt es im nahegelegenen General Grant Picnic-Area. Einer der schönsten Picknick-Plätze überhaupt. Ruhig, weitläufig und überall liegen umgefallene (lange) Baumstämme herum,  über die unsere Kinder springen, balancieren und ein Wettrennen zwischen Mama und Papa organisieren können. Unser Sohn will dann auch noch gleich eine erste Aufgabe in seinem Junior Ranger Heft absolvieren. Eine gute Abwechslung, weil dabei mal wieder gezeichnet, geknobbelt und geschrieben wird.  Für unsere Tochter (sie ist noch nicht fünf) haben wir vom Ranger eine Art Bingo-Sammelkarte gekriegt, wo wir alle Dinge ankreuzen müssen, die wir in der Natur draussen gesehen haben. Auch sie kann bereits das eine oder ander Feld ausmalen, Sequoiabäume, Eichhörnchen et cetera.

Wir fahren noch ein Stück weit in den Kings Canyon hinein um beim Junction View die tolle Aussicht zu geniessen. Und nun wollen die Kinder endlich unseren Schlafplatz für die nächsten drei Nächte sehen. Also fahren wir runter in den Sequoia Nationalpark. Der Dorst Creek Campground ist ein sehr einfacher Campingplatz (keine Duschen, keine Läden etc.), aber gerade deswegen gefällt er uns so sehr. Hier ist man wirklich in der Wildnis. Zumindest hatten wir jeden Abend Bären zu Besuch, was ja schon mal ein recht wilder Beweis ist. Die Campingmeute hat den Bären dann jeweils mit einem zünftigen Hup- und Pfeifkonzert in den Wald zurück verjagt, denn so haben es uns die Ranger beigebracht. Ja kein Bär zum Problembär werden lassen, indem man ihn an Essen heranlässt. Eine kluge Strategie. Würde auch in der Schweiz funktionieren, aber lassen wir das Thema.

Noch bevor unser Zelt steht haben sich unsere Kinder bereits mit den amerikanischen Nachbarskindern angefreundet. Unser Sohn noch etwas zurückhaltend, weil er ja kein Wort versteht. Die jüngere Tochter aber munter drauf los quatschend, ist ja egal ob das Gegenüber was versteht oder nicht. Hauptsache alle haben Spass. Wir öffnen eine gute Flasche kalifornischen Rotwein und lassen uns (endlich) mal in diesen Happy Camper Modus fallen. Es Bitzli Ferie! Endlich kommt auch unser Kocher zum Einsatz. Die Dame des Hauses (bzw. Zelts) lobt die Penne mit Fertigsauce in den Himmel, als wären wir in einem Gault Milieu Restaurant. Dazu gibt es die besten „so ähnlich wie Cervelat“-Würste, die man(n) je gegessen hat. Wirklich. Sensationell. Happy Campers we are!

Die Sonne scheint, die Temperaturen sind angenehm mild und das Morgenbrot fast so lecker wie die gestrige Penne. Wir sitzen auf unserer Picnic-Bank und planen bei einer Tasse Tee unseren Tag. Eine Wanderung auf den Morro Rock steht an. Wir fahren also die Nebenstrasse zum Cresent Meadow hinauf und staunen nicht schlecht ab diesem wunderschönen Naturschauspiel. Überall zwischen den (sonst schon grossen) Bäumen stehen diese Giganten mit ihren rot-bräunlichen Stämmen. Einige von ihnen sind mehr als 3’200 Jahre alt. Und was für eine Ruhe und Gelassenheit die dieser Wald aufsprüht, einfach toll.

Die Wanderung auf den Morro Rock ist ein Treppenlauf aufs Münster, 344 Stufen zählen wir. Oben ein toller Ausblick auf die High Sierra im Osten und die grossen Täler im Westen. 344 Stufen zurück und ein paar Schritte weiter treffen wir überraschenderweise auf eine Schwarzbärin mit 2 Jungen. Einfach so. Da stehen wir also. Und dort stehen sie. Dazwischen 20 Meter Freihandelszone. Zum Glück nimmt uns die Mutter aber nicht als Bedrohung war und sucht einfach weiter nach feinem Essen. Wir können ein Junges beobachten, wie es seine Kletterkünste trainiert und ein paar tolle Bilder der Mutter schiessen. Wie cool ist das denn. Not just happy, lucky Campers we are!

Zurück bei unserem Auto finden wir (eher per Zufall) einen riesigen, ausgebrannten Sequoia, bei welchem man durch eine kleine  Öffnung ins Innere treten kann. Das perfekte Spielhaus für unsere Kinder. Fast wie bei Winnie the Pooh. Am Schluss ist die ganze Familie im Baum drin, und es hat noch immer genügend Platz für weitere Gäste. Was für ein Spass.

Zurück auf dem Camping geht Mama mit den Kindern auf Schatzsuche. Ihr Ziel: Einen Tannenzapfen zu finden, der von Sohnemanns Handspitze bis zum Ellbogen reicht. Wetten, dass? Sie sind erfolgreich. Unglaublich diese Tannenzapfen, insbesondere wenn man hinter dem riesigen Teil nicht mal mehr die eigene Tochter beim Heranzotteln erkennt.

Am dritten Tag im Sequoia Nationalpark geht es zum grössten Baum der Welt, dem General Shermann Tree. Der Loop dort ist uns aber dann doch etwas zu touristisch und alles ist abgesperrt (was wir auch nachvollziehen können), weshalb wir uns nochmals auf die Nebenstrasse zum Cresent Meadow begeben. Wie im Waldkindergarten geniessen wir diese wunderbare Natur und die frische Luft auf etwas mehr als 2’000 müM. Für die Kinder folgt ein weiteres Highlight, als wir beim Tunnel Log mit unserem „Riesenkarren“ unter einem umgefallenen Sequoia Baum hindurchfahren.

Nach dem Mittagessen begeben wir uns auf die Cresent Meadow-Wanderung und stauen nicht schlecht über Hirsche, Eichhörnchen und Spechte, denen wir über den Weg laufen. Doch plötzlich ist da ein etwas grösseres Tier im äussersten Ecken unsere Blickfelds aufgetaucht. Ein Schwarzbär. Schon wieder. Der Bär kreuzt ein paar Meter vor uns den Wanderweg. Unser Adrenalin steigt kurzzeitig um ein paar Faktoren an. Doch auch dieser Bär hat kein Interesse an uns. Wir können ihn/sie noch einen kurzen Augenblick beim herumzotteln beobachten, bevor der Bär wieder ins Unterholz abtaucht. Very lucky and happy Campers we are!

Am nächsten und letzten Tag im Nationalpark haben wir noch zwei Pendenzen zu erledigen. Erstens ist mal wieder Duschen angesagt. Wir wollen im weiteren Verlauf des Tages noch ein Outlet besuchen, und da hätten sie ab unseren Körperdüften wohl nicht gerade Freude. Zweitens, und das ist noch viel wichtiger: Der Sohnemann will endlich Junior Ranger werden. Beides könne wir im Lodgepole Village erledigen.

Im Visitor Center nimmt dann ein echter Ranger (mit Hut, ist wichtig!) das Aufgabenbuch unseres Sohnes relativ genau unter die Lupe (kein Scherz!). Anschliessend hebt er die linke Hand und fordert unseren Sohn auf, seinen Eid zu leisten.

As a Junior Ranger, I promise to protect Sequoia and Kings Canyon National Parks.

I will Continue to Explorer, learn about, and take care of the natural world wherever I Go

Das es mit dem Nachsprechen der englischen Sätze nicht wirklich klappt wird vom Ranger selbsverständlich toleriert. Und dann ist es soweit: Unser Sohn kriegt offiziell den Badge des Junior Ranger überreicht.  Ihr könnt euch das glückliche (und sicherlich auch etwas stolze) Gesicht vorstellen. Unsere Tochter ist als nächstes dran. Wir haben nicht nur Bingo, sondern (dank den Bären) sogar jedes einzelne Feld der Sammelkarte abhaken können. Den Ranger freuts und unsere Tochter (etwas verhalten) auch. Sie ist noch zu jung um ein echter Junior Ranger zu werden, bekommt dafür aber eine Aufklebber-Badge geschenkt.

Für viele ist der Sequoia Nationalpark nur ein Park zweiter Güte. Nichts spezielles. Kennt ja zuhause sowieso niemand. Kann man mit einem „Ich-war-hier-Selfie“ auf Facebook keine Begeisterungswelle auslösen. Für uns ist er aber ein kleines Paradies. Nein, ein grosses Paradies. Und vielleicht ist er ja auch gerade deshalb ein Paradies, weil hier keine riesigen Touristenströme vorbei kommen. Also vergesst alles, was wir hier positives über den Sequoia Nationalpark geschrieben haben. Stimmt alles nicht. Ganz übel dort. Langweilig. Nichts spezielles. (Ausser ihr sucht das gewisse Etwas!)

Auf Umwegen in den Yosemite Nationalpark

Voller Vorfreude auf’s anstehende Campen kaufen wir im Walmart eine ganze Menge Proviant für die nächsten vier Tage ein. Wir werden in Mariposa nächtigen, eine halbe Stunde westlich vom Yosemite entfernt und somit perfekter Augangspunkt um diesen wunderschönen Nationalpark zu erkunden.

Wir sind früh unterwegs, weil die Fahrt von Oakland doch etwas dauern wird (3-4h) und wir am Nachmittag auf dem altbekannte KOA Campround in Mariposa noch ein wenig Nichtstun und waschen wollen. Unser Sohn erwähnt mehrmals, dass er sich riesig freut, morgen endlich mal wieder Wandern zu gehen. Kein Scherz, er liebt es wirklich. Ebenfalls mehrfach erwähnt er, dass er schon wieder ein Feuerwehrauto gesehen habe. Wir denken uns nichts dabei, bis wir von einem Strassenschild verunsichert werden. Highway 149 sei gesperrt. Ist das nicht der Highway, der nach Mariposa führt? Wir fahren mal weiter. Am Himmel plötzlich diese altbekannten Schleierwolken (siehe Von Los Angeles nach San Francisco).

Ein paar Meilen weiter ist dann Schluss. Ein überaus freundlicher Officer fordert uns zum Umdrehen auf. Grund ist ein riesiges Wildfeuer, welches sich in Richtung Mariposa ausbreitet. Alles sei seit heute morgen evakuiert, auch unser Campground. Der Highway werde noch mindesten 2-3 Tage gesperrt bleiben. Das Detwiler Fire, welches bereits seit ein paar Tagen im Nordwesten der Region heftig gebrannt hat, hat sich zwischenzeitlich auf 331 Quadratkilometer ausgeweitet. Um ein Gefühl dafür zu bekommen: Das ist etwas mehr als der gesamte Kanton Fribourg, der in Flammen steht . Oder für YB-Fans:  ca. 32’000 Fussballfelder. Also nichts wie weg…

Alternativen um in den Yosemite Nationalpark zu kommen gibt es nur zwei. Entweder mehr oder weniger den ganzen Weg zurück und dann nochmals 2-3 Stunden gen Nordosten fahren. Aber wo sollen wir dann übernachten? In den Sommermonaten ist jedes Camping im und um den berühmten Nationalpark total ausgebucht. Also bleibt uns noch die andere Option, weiter in Richtung Süden bis nach Fresno zu fahren. Fresno ist ein relativ grosse Stadt und hat bestimmt freie Hotelzimmer. Leider sind es von Fresno bis in den Yosemite Nationalpark aber 2 Stunden Autofahrt, one way.  Wir checken kurz Booking.com und finden ein günstiges Holiday Inn, direkt neben einem riesigen Shopping Center und vor allem mit Pool. Ein Pool ist fürs Erste das absolut Wichtigste.

Die verbleibende Stunde Autofahrt nach Fresno vergeht ratzfatz. Bei unseren beiden Kindern ist nämlich das Waldbrand-Fieber ausgebrochen. Hunderte von Fragen prasseln auf uns ein. Und es wird gewärweist und fantasiert, es ist einfach köstlich. Unsere Kleinen sind einfach die Grössten.

In Fresno angekommen dann der Schock: Wegen Reparatur kein Pool. Die freundliche Dame an der Rezeption liest die Gesichter unserer Kinder und teilt uns noch bevor wir was sagen können mit, dass wir kostenlos annullieren dürfen, und dass es vielleicht im La Quinta nebenan noch frei Zimmer hat, mit funktionsfähigem Pool. Wow. Diese Chance packen wir und buchen noch in der Hotellobby ein exakt gleich teures Zimmer vis-a-vis im La Quinta Inn. Eine weise Entscheidung, denn nur ein paar Minuten später beim Warten auf’s Checkin hören wir, wie der Dame vor uns mitgeteilt wird, dass wegen dem Detwiler Fire alles ausgebucht sei und das letzte Zimmer leider gerade vor wenigen Minuten gebucht wurde. Yes! Merci!  Sometimes you win, sometime you lose. Also ab ins Pool.

Das Wetter heute Morgen sieht nicht schlecht aus und die Temperaturen hier im Central Valley sind sowieso wüstenartig. Also ab ins Wasser. Gestern Abend haben wir uns noch lange über das Wildfire und die Situation im Yosemite Nationalpark schlau gemacht und sind zum Schluss gekommen, dass es nichts bringt heute 4 Stunden im Auto zu sitzen um dann (wie auf diversen Webcams ersichtlich) eine graue Wand aus Asche und Staub anzublicken. So fahren wir also in einen nahegelegenen Wasserpark. Im Island Water Park angekommen stellen wir fest, dass Rutschen, Wasserbecken etc. zwar alle grossartig und spektakulär sind, aber Liegemöglichkeiten fehlen. Keine Wiesen, keine Liegestühle, nix. Was bei uns zuhause zu einer ordentlichen „Badi“ einfach dazugehört, gibt es hier einfach… nicht. Wir sind in Amerika. In Amerika hat es statt Liegen hunderte aneinandergereihte Picknick-Tische. Wer nicht im Wasser ist, der sitzt. Wenn wir die Leute so beobachten, dass ist es sogar kein Und sondern ein Oder.  Entweder man geht ins Wasser, oder man sitzt den ganzen Tag im Schatten an seinem Picnic-Table und isst. Und trinkt. Und isst. Und macht einen gelangweilten Eindruck. Pizzaschachteln, Coolerboxes, das volle Programm. Es ist wirklich spannend den Leuten zuzuschauen. Und unseren Kindern ist es noch so recht, dass es sich Mama und Papa nirgends gemütlich machen können. So bleiben wir fast die ganze Zeit im Wasser, und da ist das Angebot hat schon amerikanisch super-cool!

Am Abend vernehmen wir, dass sich der Wind gedreht hat und sich die Rauchverhältnisse im Yosemite stärkt gebessert haben. Wir diskutieren noch lange hin und her. Sollen wir es morgen nicht doch versuchen? Yosemite steht halt schon weit oben auf unserer Wunschliste. Wir hatten vor sieben Jahren eine tolle Zeit dort.

Sechsuhr null fünf starten wir den Motor unseres Ford Expedition. Die beiden Kinder noch halb schlafend im Pyjama. Wir fahren (fast alleine) in Richtung Oakhurst, dem South-Gate to Yosemite. Wie es wegen dem ganzen Rauch wohl sein wird? Je näher wir dem Nationalpark kommen, desto heller wird es, endlich Tagesanbruch. Doch es ist schwierig zu sagen, ob der verhangene Himmel Rauch oder morgendlicher Dunst ist. Die Spannung steigt mit jeder Kurve. Nach gut 2 Stunden haben wir den Trailhead zum Taft Point erreicht, der Ausgangspunkt für die Wanderung, die wir unbedingt machen wollen. Noch immer wissen wir nicht, ob wir überhaupt auf’s Yosemite Valley herabblicken werden können. Die Fahrt bis hier hin hat uns nämlich noch keinen Einblick in die Sichtverhätnisse gewährt. Wie auch immer, endlich sind wir hier und am wandern! Unser Bub freut sich wie ein wildgewordener Hengst. Hier klettern, da springen und dort noch kurz in den Bach fallen. Hauptsache die Schuhe sind trocken geblieben, weiter geht’s.

Die Wanderung zum Taft Point ist für kleine Weltentdecker problemlos machbar. Zudem abwechslungsreich und am Schluss wird man mit einem wahnsinnigen Panorama belohnt. An einer Felskante entlang geht es bis zu einem krassen Vorsprung. Ab hier bitte eure Kinder ganz fest an der Hand halten. Besser noch ihr nehmt gleich ein kleines Kletterseil mit und bindet sie an euch fest. Es geht hier mehrere hundert Meter senkrecht in die Tiefe. Und für Amerika untypisch hat es hier wirklich fast keine Sicherheitsvorkehrungen. Der Weg verläuft teilweise nur einen knappen Meter am Abgrund entlang. Also nichts für Angsthasen oder Eltern, die selber etwas ins Schwitzen kommen. Der Ausblick auf den bekannten El Capitan, das Tal und die Yosemite Falls ist dann aber aller Mühe wert. Ach ja und fast vergessen: Kein Rauch in der Luft, fast glasklare Sicht. Wir sind so was von happy! Spektakel pur.

Zweiter Punkt auf unserer Agenda ist der Besuch des Glacier Points, wo wir einen tollen Ausblick auf den Half Dome, dem bekanntesten Berg des Parks, geniessen. Und Eiscreme. Yammi. Das Erdbeereis der Tochter ist mit so viel Lebenmittelfarbe gespickt, dass unsere Kindern nun wie Clowns aussehen. Wander-Clowns halt. Für den Rest des Nachmittages fahren wir noch bis zum Tunnel View, um dort, etwas tiefer im Tal liegend, noch ein sattes Stück mehr dieses genialen Parks aufzusaugen.

Auf dem Rückweg nach Fresno fällt das Gesprächsthema schnell wieder auf den Waldbrand. Wie es wohl den 7’000 (!) Feuerwehrmännern im Einsatz so ergeht? Heute Abend bekommen unsere Kinder, seit langer Zeit mal wieder, ein paar iPad-Minuten geschenkt. Aus beiden Geräten dröhnt nur eins:  „Alarm es kommt ein Notruf an, Feuerwehrmann Sam ist unser Mann, …“

Save me San Francisco

Vor sieben Jahren, auf unserer Hochzeitsreise durch den Südwesten der USA, gehörte San Francisco zu unseren absoluten Highlights. Es war dieses unbeschreibliche Lebensgefühl, dass die Stadt und deren Einwohner versprühen, so wie dies u.a. auch von Train besungen wird:

I’ve been high, I’ve been low,

I’ve been yes, and I’ve been oh, hell no!

I’ve been rock ’n roll and disco,

Won’t you save me San Francisco

Deshalb haben wir diesesmal gleich ein paar Tage Stadtbesichtigung eingeplant. Von unserer Unterkunft in Oakland kommen wir mit der BART-Metro bequem, rasch und günstig nach Downtown Frisco. Das die Metro dabei unter dem Meer durch fährt, ist für unseren fünfjährigen Sohn unvorstellbar (wie soll dass den gehen bei all dem Wasser?). Schon die Anreise alleine hat also Abenteuercharakter.

Mit der Idee, von der Market Street die beliebten Cablecars zur Hyde Street und der Fisherman’s Wharf zu nehmen, sind wir überraschenderweis (?!) nicht alleine. Bereits am frühen Morgen stehen hier dutzende Touristen für eine Fahrt mit den historischen Trämchen an. So laufen wir halt die steilen Strassen bis Chinatown hinauf, Fräulin Tochter munter alles kommentierend im ErgoBaby und Sohnemann ohne gross zu mekern in seinen Wanderschuhen, um dort einen freien Platz in einem Cablecar zu ergattern. Und es klappt. Mit Kleinkindern ist das Cablecar-Fahren aber gar nicht so spektakulär. Wie überall in den USA ist es aus Sicherheitsgründen auch hier unvorstellbar, mit Kindern auf einem Aussenplatz zu sitzen.

Jetzt geht es ab auf’s Rad. Wir mieten uns zwei Räder plus einen Anhänger und radeln bis und über die Golden Gate Bridge (und auch wieder zurück). Auf der Brücke selber ist es viel zu laut und wegen den vielen Abgasen auch nicht gerade angenehm, aber sonst ist es einfach ein Traum mit dem Velo durch Frisco zu cruisen. Auch unsere Kleinen haben ihren Spass und geniessen es sichtlich, mal wieder in einem nicht motorisierten Gefährt unterwegs zu sein. Ach ja und fast hätten wir es vergessen zu erwähnen: Es ist keine einzige (der sonst üblichen) Nebelschwade zu sehen. Blauer Himmel so weit das Auge reicht, bestes Setting also um wunderbare Bilder zu knipsen. So fahren wir auch noch weiter an den Marshall’s Beach, von wo aus (unserer Meinung nach) die Golden Gate Bridge am Schönsten in Szene gesetzt werden kann.

Gegen Abend retournieren wir unsere Blazing Saddles, geniessen ein paar Crêpes und erwischen gerade noch die letzte Castro-Strassenbahn zurück zu unserer Metrostation. Ein toller Tag geht zu Ende, und obwohl alles gepasst hat, haben wir im Vergleich von vor sieben Jahren nicht mehr denselben Eindruck. Wir treffen auf viel mehr Obdachlose, einiges ist dreckig oder gar verwahrlost, und die sonst so lockeren Einwohner sind eher etwas enerviert (über was auch immer – vielleicht über uns Touristen?). Es scheint, als habe sich die Stadt in den letzten Jahren wirklich verändert. Vielleicht ist es dann auch das, was unser Gesprächspartner in der Metro gemeint hatte. Der sonstige Vollblut-Demokrat hat uns erklärt, dass es in den letzten Jahren mit Frisco nur noch bergab gehe. Trump werde nun aber endlich die Probleme in den USA angehen und schon schauen, dass „dieses wunderbare Land wieder sauber, sicher und vom (mexikanischen) Gesindel gesäubert werde“. Übrigens bei Weitem nicht der einzige aus der amerikanischen Mittelschicht, der so denkt… Oje… Save you San Francisco, not me!

Den nächsten Tag wollen wir ein bisschen ab von den Touristen-Hotspots verbringen. Wir fahren mit der Metro weiter die Market Street runter bis zum Civic Center, schauen uns die City Hall und die umliegenden Gebäude an und laufen quer durch verschiedene Viertel bis zum Alamo Square. Dieser hält für unsere Kinder einen tollen Spielplatz und für uns einen schönen Ausblick über die Skyline von Frisco bereit. Begleitet wird der Blick auf die Skyline von den Painted Sisters, ein beliebtes Fotosujet und nicht zu letzt auch bekannt aus dem Fernsehen.

Eigentlich gäbe es noch viel mehr zu entdecken, aber einfach mal“ nichts machen oder sehen zu müssen“, ist eben auch sehr befreiend. So steigen wir erst ein paar Stunden später wieder in den Bus um zurück ins Stadtzentrum zu gelangen. Im Westfield Shoppingcenter gibt es nach was für Mama und Papa, und im Lego Store sowie im Old Navy noch was für die Kleinen.

Den Rückweg legen wir nicht mit der Metro (unter dem Meer hindurch!) zurück, sondern mit der Fähre von Embarcadero nach Oakland. Eine super Entscheidung. Wir sitzen entgegen der Fahrtrichtung in der warmen Sonne und schauen der Skyline zu, wie sie immer kleiner wird. Auf der Oakland-Seite fahren wir am eindrücklichen Hafen mit seinen riesigen Fracht-Ungetümen vorbei. Eine Bootsfahrt die relaxed und sehr empfehlenswert ist. Abendessen gibt es in einem klassischen Diner, und zwar nicht in irgend einer Fastfoodkette, sondern in einem kleinen feinen Familienbetrieb, dem Buttercup. Echt Spitze, vom Essen hin bis zur freundlichen Bedienung.

San Francisco, du bist immer noch ein tolle Stadt. Hoffentlich schaut man in Zukunft wieder etwas besser zu dir, denn wir möchten gerne wiederkommen, irgendwann mal…

Von Los Angeles nach San Francisco

Den 3. Geburtstag unserer Tochter feiern wir nicht mit irgend einem Kuchen, sondern mit einem Cupcake von der weltbekannten Magnolia Bakery. Diese liegt eigentlich nicht ganz auf unser Route von Anaheim an die Küste, aber der Abstecher lohnt sich!
Den Rest von Downtown Los Angeles lassen wir mangels Interesse und insbesondere wegen dem unglaublichen Verkehrschaos links liegen. Interessant wird es für uns erst wieder in Santa Barbara, wo wir im Chase Palm-Park eine grössere Pause auf dem Shipwreck-Spielplatz einlegen. Dieser hat zwar sein „Wasser“ verloren (vor ein paar Jahren war dies gem. Internet noch ein Wasserspielplatz), aber bei Temperaturen von lediglich 23 Grad ist dies vielleicht gar nicht so schlecht.

In Santa Barbara ziehen plötzlich komische Schleierwolken auf, und wir wundern uns zu diesem Zeitpunkt noch, warum diese so „dreckig“ sind. Etwas weiter den Highway hinauf realisieren wir, woher dieser Dreck kommt. Ein riesiger Waldbrand – das Whittier Fire – wütet rechts von uns in den Bergen. Die Rauchmenge ist enorm. Äusserst eindrücklich, aber sehr sehr traurig. 7’800 ha (etwa 7000 Fussballfelder!) stehen hier in Flammen, darin auch mehrere dutzend Häuser. Wasserlöschflugzeuge, Helikopter und jede Menge Feuerwehrautos der CalFire treffen wir auf unserer Weiterfahrt an. Nach dem „Cars“-Erlebnis von gestern im Disneyland folgt nun also „Planes“. Unsere Kinder sehen sofort Dusty Crophopper und Windlifter am Himmel. Und gefühlte 1000 mal den Feuerwehrmann Sam. Das Feuer wird uns thematisch noch eine ganze Weile auf unserer Reise begleiten, you will see…

Am späteren Nachmittag treffen wir im Morro Beach State Park ein, unser Zuhause für eine Nacht. Nebst Motels und Hotels wollen wir es uns nicht nehmen lassen, auch ein paar Nächte im eigenen Zelt zu verbringen. Zelten ist immer wieder aufs Neue ein Abenteuer, insbesondere für unsere Kinder. Sie geniessen es beim Auslegen der Matten und dem Bereitmachen der Schlafsäcke mit anzupacken. Und es gibt gemäss einer Studie auch nichts gesünderes, als draussen zu übernachten, egal wie kalt die Nacht wird. Wenn man dann noch eine Campsite hat, die direkt am wunderschönen Strand von Morro Bay liegt und der Tag sich mit einem grandiosen Sonnenuntergang verabschiedet, dann ist das Leben einfach nur perfekt.

Der nächste Tag begrüsst uns mit einem nebelverhangenen Himmel. In der Nacht wurde es ziemlich frisch im Zelt, und die im Walmart für 7 Dollar gekauften Matten sind wirklich nicht komfortabel. Aber aus unerklärlichen Gründen fühlen wir uns trotz dem wie neu geboren. Vielleicht eben doch die gesunde Meeresluft? Nach leckerem Nutella-Toastbrot gehen wir an den Strand, wo Frau bei mystischen Bedingungen Yoga macht und die Kinder Sanddollars sammeln.

Wegen der bereits seit Jahresbeginn andauernden Sperrung gewisser Teile des Highway 1 (mehrere Unwetter haben ganze Brücken und Strassenabschnitte weggerissen), fahren wir im Landesinneren bis nach Monterey, um morgen dann den noch passierbaren (und sowieso schönsten) Teil der bekannten Küstenstrasse von Norden her zu besuchen. Die Fahrt geht an unzähligen Gemüse- und Weintraubenfeldern vorbei. Wir sind hin und weg von den Dimensionen.

In Monterey ist wieder ein Spielplatzbesuch angesagt. Beim El Estero hat es den Dennis the Menace Spielplatz, welcher für jede Familie mit Kleinkindern ein längerer Besuch wert ist. Übernachten werden wir am westlichen Ende der Halbinsel, im wunderbar verträumten Dörfchen Pacific Grove. Unser Hotel, das Butterfly Grove Inn, ist ein echtes Bijou. Grosse Zimmer, wunderschön gepflegte Anlage, schöne Umgebung.

Am nächsten Morgen blauer Himmel und absolut klare Sicht. Perfekte Bedingungen für den Besuch der Big Sur, dem wohl bekanntesten Abschnitt des Highway 1. Wir füllen unser Proviant auf, streichen unsere obligaten Sandwichs und fahren via Carmel-by-the-Sea in Richtung Süden, so lange bis uns die gesperrte Strasse ab dem Pfeiffer State Park zum Umdrehen zwingen wird.

Die Fahrt hinunter (sowie auch wieder hinauf) ist atemberaubend. Was für ein wunderschöner Flecken Erde! Wir geniessen diese tolle Küstenlandschaft an verschiedenen Fotostopps und gehen im Pfeiffer State Park auf eine kleine Wanderung. Unglaublich wie hier in nur ein paar hundert Metern Distanz die Temperatur ansteigt. An der Küste ist es 17 Grad, und hier ein paar hundert Meter landeinwärts schon 32 Grad. Zu viel um zu wandern. Wir fahren also via 17-Mile-Drive (welcher ok aber kein absolutes Must-See ist) zurück ins Hotel und geniessen ein weiteres Mal das tolle Pool. Beim abendlichen Spaziergang zum kleinen Leuchtturm verabschiedet sich der Tag so grandios wie er sich angemeldet hatte, mit einem atemberaubenden Sonnenuntergang über dem rauen Pazifik.

Zurück in Monterey besuchen wir das (sehr touristische) Pier und treffen auch hier auf ein paar Seelöwen, welche wir vom Deck am Ende des Piers aus beobachten können. Unsere beiden Kinder geniessen das gemütliche Herumspazieren, da sie gerade mit  „Mami und Papi“ spielen beschäftig sind. Die Tochter schiebt ihre Bäbi in ihrem Buggy durch die Gegend und der Sohnemann trägt als stolzer Vater seinen Sohn im Ergo auf dem Rücken. Was für ein Schauspiel! Den Rest des Tages haben wir für einen grösseren Shopping-Abstecher reserviert. Auf unserer Route nach San Francisco liegt das riesige Gilroy Outlet, wo wir nach einer Applebee’s Stärkung (endlich mal ein anständiges Stück Fleisch) versuchen, sowohl den 37 Grad draussen al auch den (klimatisierten) 18 Grad drinnen zu trotzen.

Gegen Abend treffen wir in unserem Hotel in Oakland ein, unser Zuhause für die nächsten 3 Nächte. Der erste Eindruck des Hotels und dessen Umgebung ist einfach nur „holt mich hier raus“. Das Hotel komplett vergittert, auf der Strasse viele zwielichtige Gestalten und im Parterre räumt jemand noch gleich auf mexikanische Art und Weise sein Zimmer aus. Also nichts wie Booking.com App starten und neues Hotel suchen für die darauffolgenden Nächte. Am nächsten Morgen zeigte sich unsere Lokalität aber von einer ganz sympathischen Seite. Das Zimmer, die Betten, alles tipptopp. Im Innenhof schien die Sonne und so wie wir, sassen auch andere Touristen an den schönen Tischen und assen gemütlich ihr Frühstück. Und scheinbar ist es seit unserem Besuch vor 7 Jahren nicht nur gerade hier, sondern (leider) fast überall in Frisco zu einer gewissen Verarmung und Verwahrlosung vieler Menschen gekommen.

Wollen wir also wirklich in ein anderes Hotel wechseln, dass gemäss Booking.com eine schlechter Bewertung hat, dafür aber zusätzliche US 480 pro Nacht kostet? Nee, da bleiben wir lieber hier und spenden das Geld den grossen Kleiderläden in den Shopping Malls. Im Nachhinein übrigens die absolut richtige Entscheidung.

 

Von San Diego bis Disneyland

Gute 12 Stunden und 10’000 Kilometer  fliegen wir von Zürich in die aufstrebende Metropole San Diego, unser Ausgangspunkt für eine dreiwöchige Rundreise durch Kalifornien. Unser Hotel für die ersten beiden Nächte liegt auf Shelter Island, 10 Minuten vom Flughafen entfernt und mit tollem Blick auf Downtown San Diego.

Nach Downtown zieht es uns am darauffolgenden Tag zur Stadtbesichtigung. Wir besuchen das Seaport Village und staunen nicht schlecht über die USS Midway, welche seit ein paar Jahren hier im Hafen als Museum für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Insbesondere unserem Jungen (5) hat es zwischen all den Düsenjets und Armeehelikoptern gefallen. Von der Küche bis zum Krankenhaus gab es einiges zu entdecken. Ein Besuch der USS Midway füllt locker einen halben Tag. Im nahegelegenen Seaport Village gibt es zum Glück ein dutzend nette Verfplegungsmöglichkeiten. Wir entscheiden uns für eine köstliche New York Style Pizza und eine grosses Teller Pasta mit Meatballs, bevor wir mit unserem Full Size SUV (ein Riesending!) über die eindrückliche Brücke hinüber zur Coronado Island fahren.

Coronado Island ist ein sehr hübscher Ort, aber völlig überlaufen. Wir fahren deshalb noch etwas Richtung Süden und finden unseren perfekten Nachmittags-Spot am Silver Strand State Beach. Silver wohl deshalb, weil es im Sand kleine, silbern schimmernde Steinchen hat, so wie Glitter. Unsere Tochter (3) findet es auf jeden Fall sehr hübsch hier. Das Spiel mit den Wellen begeistert sie. Bis sie einen Taucher nimmt. Aber auch das gehört zum Beachlife dazu. Wir bauen Burgen und geniessen das überraschen warme Meer. Abendessen gibt es heute im Hotelzimmer. In den USA findet man fast in jedem Zimmer eine Mikrowelle vor. Im Best Western Plus Palms Island hat es sogar ein kleine Kochnische inkl. Teller, Besteck und Esstisch. Perfekt also, wenn man mit Kindern reist. Erstens haben Kinder nämlich nicht immer Lust, sich (lange) in einem Restaurant hinzusetzen. Zweitens spart man so als Familie auch etwas Geld. Und Drittens lässt es sich so auch etwas gesünder essen (ja, man kann mit einer Mikrowelle richtig kochen!).

Tag 2 in San Diego starten wir in Richtung Norden, um so auch gleich ein paar Kilometer gut zu machen bis zu unserem Tagesziel, dem Disneyland in Anaheim. Wir machen einen kurzen Abstecher zum Soldad Mountain mit seiner tollen Aussicht und fahren dann am „Wi-n-aa-nnn-See-aa“ Pilates Studie vorbei (ein Insider) nach La Jolla. In La Jolla gibt es fast ganzjährig Seelöwen und Seehunde aus nächster Nähe zu beobachten. Und mit nächster Nähe ist wirklich nächste Nähe gemeint. Man kann hier auf 5 Meter (wenn man doof ist noch näher) zu den Tieren hingehen. Für unsere Kids auf jeden Fall ein erstes tierisches Highlight.

Damit auch Mama auf ihre Kosten kommt, ist der nächste Halt das Westfield UTC Shopping Center, wo es tierisch weitergeht. Es gibt hier Möwen (Hollister), Adler (American Eagle) und viele andere Tiere zu bewundern. Wer ein bisschen Geld hat, darf sogar das eine oder andere Exemplar mit nach Hause nehmen. Unser Zoo hat auf jeden Fall bereits Zuchwachs bekommen.

Die Autofahrt nach Anaheim dauert dann eine ganze Weile länger, als dies Google noch vor ein paar Monaten im Rahmen der Reisevorbereitung ausgespuckt hatte. Überall ein riesiges Verkehraufkommen und wir stehen im Stau, im Stau und im Stau. Gottseidank nahmen es unsere Kids aber völlig locker. Unser Boy sang einfach tatkräftig bei Zac Browns „Start Over“ mit und unser Girl textete uns mit allem was ihr gerade in den Sinn kam zu. Erst im Pool des Super 8, unserem Motel für die nächsten beiden Nächte, kehrte etwas Ruhe ein. Von dort aus sah man nämlich schon die (Papp)Berge von Radiator Springs, der Heimat von Lightning McQueen und den anderen Autos von „Cars“. Und da unsere beiden Kids felsenfest davon überzeugt sind, dass dort eben die echten Cars wohnen, sind beide einerseits etwas ehrfürchtig geworden, können aber anderseits fast nicht mehr warten bis wir sie morgen endlich besuchen gehen.

Pünklich zur Parköffnung stehen wir am Eingang zum Disneyland California Adventure, und mit uns noch tausend andere, hauptsächlich amerikanische Disneyland-Fans. Und es tut uns leid dies hier schreiben zu müssen, aber 80% dieser Leute haben doch einfach einen Knall. Da sieht man ganze Familien mit extra angefertigten T-Shirts und (erwachsene) Frauen mit Mäuseohren in allen Farb- und Ausstatungsvariationen stehen. Und die meisten sind dann auch noch kribbelig (und nervig), wie wild gewordenen Teenagers. Ach Amiland?! Disneyland erklärt so einiges, auch warum ein Mann wie Trump Präsident dieses Landes werden konnte.

Nun aber zum Park selber: Er ist toll. Und wenn man Cars-Fan ist, dann ist es der Himmel auf Erden. Diese Kulisse, die Bahnen und überall echte Cars-Autos, mit denen man sich ablichten lassen kann und die beim Eindunkeln dann sogar noch eine Strassenparty lancieren. Einfach nur genial. Und man kann Ariele treffen, und in a Bug’s Land fühlt man sich wie eine kleine Ameise und wird von einer riesigen Gartenbrause geduscht; eine tolle Abkühlung bei den fast 30 Grad die heute vorherrschen. Der Park ist einfach nur toll. Zum Glück liegt unser Motel nur zwei Blocks entfernt. So machen wir Nachmittags eine (dringend notwendige) Siesta in unserem Zimmer und begeben uns zum Abend hin nochmals in den Park, wo alles toll beleuchtet wird und eine Wasser- und Lichtshow auf uns wartet. Obwohl die Preise für eine vierköpfige Familie saftig sind, es lohnt sich allemal. Und wir haben es sogar geschafft, Mäuseohren und anderen (bescheuerte) Souvenirs stand zu halten.

 


 

Vom Ferienschnappschuss zur Online Galerie

Reisen und Fotografie sind zwei unserer treusten Begleiter. Seit wir Kinder haben hat sich der Schwerpunkt unserer Fotografie zwar von beliebten Reisesujets (siehe www.umhambi.ch) hin zum klassischen Familienalbum (was privat ist und bleibt) verschoben. Der Wunsch bzw. der Anspruch nach tollen Bildern ist jedoch geblieben.

Hier nun ein paar unserer Erfahrungen diesbezüglich. Vielleicht hat es dabei ja noch den einen oder anderen Tipp für euch…

 

Ausrüstung

Wichtig ist mal ein Gerät mit dabei zu haben, dass Bilder aufnehmen kann, oft Fotoapparat genannt 😉

Mittlerweile muss aber auch der grösste Hardware-Fan eingestehen, dass insb. bei guten Lichtverhältnissen auch ein Smartphone qualitativ exzellente Bilder schiessen kann. In unserem Fall haben wir folgendes Equipment mit dabei:

 

* Neu hat auch unser Sohn (5) seine Leidenschaft fürs Knippsen entdeckt. Seit seinem Geburtstag ist er nun stolzer Besitzer einer eigenen Nikon Kinderkamera. Aber eben nicht so ein günstiges Plastikprodukt für Kleinkinder, sondern schon eine so Richtige, wo man vorsichtig mit sein muss.

 

Schnappschuss

Viel wichtiger als die Kamera selbst ist die Kreativität (und manchmal auch das Glück) des Kopfs, der hinter dem Sucher steht. Eine saubere Bildkomposition ist die halbe Miete. Tipps und Tricks dazu gibt es unzählige im Web. Ganz gut finden wir folgenden Beitrag: https://www.matthiashaltenhof.de/blog/bildkomposition/

 

Transfer

Nun sitz das perfekte Bild also auf der Speicherkarte in eurer Kamera und wartet darauf, weiterverwertet zu werden. Früher blieb es dort meist bis ans Ende der Reise, um Zuhause auf den PC geladen und mittels Photoshop noch etwas aufgewertet zu werden. Natürlich ist dies auch für uns noch immer der bevorzugste Weg, weil man mit den RAW-Format arbeiten kann, weil Photoshop (sofern man Kenner ist) noch immer das Beste vom Besten ist et cetera. Gerade wenn man aber länger unterwegs ist und den Daheimgebliebenen (oder gleich dem ganzen Social Web) ein paar Impressionen zukommen lassen möchte, gibt es mittlerweile auch andere Möglichkeiten. In unserem Fall ist es so, dass wir ja sowieso ein iPad mit dabei haben (siehe Mit Kindern fliegen). So laden wir also die gewünschten Bilder ganz einfach mittels Camera to Lightning Adapter und zwei Klicks auf den iPad. Dort lassen sich die Bilder dann auch besser auf dem grösseren Display betrachten und eben auch bearbeiten und teilen.

 

Bearbeitung on the go

Ein gutes Bild besteht aus 30% Können (Bildkomposition, Bedienung, Grundwissen Fotografie), 30% Glück (Situation, Stimmung, richtiger Moment) und 20% Bildbearbeitung. Alle die etwas anderes behaupten („nein, ich würde doch nie ein Bild nachbearbeiten“) sind Lügner oder man sieht den Bildern die fehlenden 20% ganz einfach an. Wir verwenden zur Bildbearbeitung unterwegs die wirklich geniale App snapseed von Google. Die App hat viele Spielereien für Hipsters und Teenies, aber eben auch ganz tolle, grundlegende Bearbeitungsfunktionen:

  • Zuschneiden, Drehen, Transformieren. Muss ich glaube ich nicht viel dazu schreiben. Essentielle Funktionalitäten für jeden Bildhauer.
  • Feinabstimmung. Hier lassen sich die üblichen Hauptparameter Helligkeit, Kontrast, Sättigung etc. einstellen. Zudem gibt es auch bspw. einen Ambiance-Algorithums, der dem Bild mehr Farbspektrum verleiht. Aber wie überall: Bitte nur dezent verwenden.
  • Kurven: Hiermit lässt sich wie in Photoshop die Farbverteilung bearbeiten. Grundfunktion einer jeden guten Bildbearbeitungssoftware.
  • Weissabgleich. Auch dass ein wichtige Grundfunktion. Damit die Farbtemperatur dem entspricht, was man vermitteln möchte.
  • Vignettierung. Hat nichts mit der Autobahnvignette zu tun. Vignettierung verdunkelt kreisförmig die äusseren Bereiche eines Bildes. Sehr oft ein toller Effekt, um dem Hauptsujet mehr Aussagekraft zu verleihen, oder aber auch um den Himmel abzudunkeln.
  • Fokuseffekt. Fügt zusätzlich zur Vignettierung noch einen leichte Unschärfe hinzu, was eben zu einem Fokuseffekt führt.

Hier ein kleines Vorher-Nachher Beispiel von einem Bild (mit dem iPhone 7 aufgenommen), wo ich Drehen, Zuschneiden, Feinabstimmung und Vignettierung vorgenommen habe.

example

Die App hat noch einiges mehr zu bieten wie bspw. Schwarzweiss-Konvertierung etc., aber spielt am besten gleich selber mal etwas mit ihr herum, denn obendrein ist sie ja auch noch kostenlos.

 

Publish on the go

Das bearbeitete Bild kann nun dank heutigen Möglichkeiten direkt in die Welt hinaus geschickt werden. Dies nicht nur online, sondern bspw. auch als echte, physische Postkarte via PostCard App der Post (1 Karte pro Tag gratis!).  Nebst den Postkarten versenden wir oft auch ein paar Schnappschüsse (aber nie welche, wo unsere Gesichter ersichtlich sind) via unserem Twitter-Account @schwabtastic4. Bei Twitter werden die Bilder zwar komprimiert, aber die Auflösung ist noch immer gut genug, um einen schönen Eindruck unseren Ferien zu bekommen. Wer die Bilder gleich in voller Auflösung und evtl. gleich mehrere miteinander publizieren möchte, dem sei ein weiteres (kostenloses) Produkt von Google empfohlen: Google Photos. Hier lassen sich die Bilder ganz einfach per App oder Webseite hochladen und mittels geteilten Alben veröffentlichen. Das Album lässt sich dann auch noch hinsichtlich Layout der Bilder bearbeiten und es können weitere Inhalte wie Texte, Karten etc. hinzugefügt werden.

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Die Funktionen und vor allem der Cross-Browser Support sowie die separat dafür erhältliche App sind so komfortabel, dass wir vor kurzem unseren ganzen Umhambi-Space auf Google Fotos migriert haben.

Happy Föttelen euch allen